Mit dem Bike ins Büro: Deshalb macht es zufriedener als Autofahren

•••
Mit dem Bike ins Büro macht zufriedener als Autofahren
Foto: iStock/PeopleImages

Klar, mit dem Bike ins Büro zu fahren hat alle möglichen Vorteile. Man bewegt sich und bleibt fit, man spart Geld – und verhält sich obendrein noch umweltfreundlich. Das sind schon mal drei gute Gründe, die fürs Fahrrad sprechen. Der eigentliche Pluspunkt ist aber der: Pendler, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, sind zufriedener. Und zwar nicht nur mit ihrem Arbeitsweg, sondern mit ihrem Leben insgesamt.

Der Zusammenhang von Pendeln und Wohlbefinden wird immer häufiger untersucht, weil er für Stadtplanung und Verkehrspolitik von Interesse ist. Wissenschaftler der Portland State University im US-Bundesstaat Oregon stellten die Annahme auf, dass aktive Pendler – also Fußgänger und Radfahrer – sich besser fühlen als passive – diejenigen, die mit Auto, Bus oder Bahn zur Arbeit fahren.

  • Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit

    In Deutschland pendeln mittlerweile fast zwei Drittel der Beschäftigten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz – genau genommen sind es 59,4 Prozent. Ein Rekordwert, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung im vergangenen Jahr feststellte. Rund 18,4 Millionen Menschen wechseln auf ihrem Weg von und zur Arbeit die Gemeinde.

    Die Stadt mit den meisten Berufstätigen, die außerhalb wohnen, ist demnach München: Hier pendeln 365.000 Menschen – vor allem, weil die Mieten sowie Immobilienpreise in der Innenstadt sehr hoch sind und die Stadt eine hohe Beschäftigungsquote hat. Den größten Zuwachs an Pendlern binnen eines Jahres verzeichnete dem Bundesinstitut zufolge Berlin. Dort pendeln 291.000 Menschen zur Arbeit.

    Zugleich legen die Pendler wachsende Entfernungen zurück: Von durchschnittlich 14,6 Kilometern stieg die Länge des Arbeitsweges seit 1999 auf rund 16,9 Kilometer. Insgesamt ist es aber weniger die Entfernung als die Dauer, die das Pendeln ungesund machen kann: Ab einer Dreiviertelstunde für eine einfache Strecke beginnt nach Einschätzung von Medizinern für viele Berufstätige der Stress.

Die Forscher maßen das Wohlbefinden von 828 Pendlern aus der Umgebung von Portland anhand etlicher Faktoren, die in Fragebögen erfasst wurden – etwa, wie einfach der Arbeitsweg für sie zurückzulegen ist, wie hoch ihr Vertrauen in die Ankunftszeit ist und wie langweilig oder interessant sie die Strecke empfinden. Dabei berücksichtigten sie weitere Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen.

Am schlechtesten ist demnach das Wohlbefinden von Autofahrern, die alleine zur Arbeit fahren. Ein bisschen besser schnitten Fahrgemeinschaften ab sowie Pendler, die mit dem Zug oder Bus ins Büro kommen – mit großem Abstand fuhren aber allen die Radler davon!

Hier zum Fit mit Frodeno E-Mail Alert anmelden und keine Neuigkeiten verpassen: 

Ja, ich möchte per E-Mail informiert werden, sobald neue Inhalte auf allianz-krankenversichert.de/fit-mit-frodeno bereitstehen. Ich bin damit einverstanden, dass die Allianz Deutschland AG als Anbieterin meine E-Mail-Adresse hierfür nutzt. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen, bspw. durch Anklicken des Abmeldelinks in der jeweiligen E-Mail.

Transportforscher Oliver Smith, der die Studie leitete, hat eine einfache Erklärung dafür: „Es geht um Kontrolle“, sagte er in einem Interview zum Erscheinen der Untersuchung in den USA. Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, braucht nicht auf den Bus warten und steckt auch nicht im Berufsverkehr fest – hat also mehr Kontrolle über seinen Arbeitsweg und empfindet das offenbar auch so.

Das Gute daran: Den Wissenschaftlern zufolge bewirkt das Wohlbefinden von Pendlern eine allgemein höhere Lebenszufriedenheit. Wenn das kein Grund ist, gleich mal das Rad startklar zu machen und morgen an den Autofahrern vorbeizuziehen, die im Stau feststecken!

•••
Zum Thema könnte Dich auch interessieren: