Eine Studie zeigt: Stress hebt den Nutzen von guter Ernährung auf

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Gestresste Frau bei der Arbeit
Foto: iStock/PeopleImages

Dass es gute und schlechte Fette gibt, ist mittlerweile bekannt: Gesättigte Fettsäuren, die in tierischen Erzeugnissen wie Fleisch und Wurst vorkommen, gelten als ungesund. Man sollte sie in Maßen zu sich nehmen. Lebensmittel mit ungesättigten Fettsäuren wie Raps- und Olivenöl sowie fetterer Fisch und Nüsse sind dagegen für ihre „guten“ Fette bekannt. Ungesättigte Fettsäuren wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel und die Gesundheit der Nerven aus.

Dass Stress den Nutzen einer gesunden Ernährung – reich an "guten" Omega-3-Fettsäuren – jedoch wieder zunichtemachen kann, wiesen Forscher der Ohio State University in den USA nach. Die Wissenschaftler bildeten zwei Versuchsgruppen mit insgesamt 58 Frauen. Beide Gruppen bekamen ein sehr kalorienhaltiges, „fettes“ Frühstück zu essen, das in der Zusammensetzung etwa einem Big Mac mit einer mittleren Portion Pommes Frites entsprach. Bei einer Gruppe war das Frühstück mit ungesättigten Fettsäuren zubereitet, nämlich mit Sonnenblumenöl. Für das Frühstück der anderen Gruppe wurde Palmfett verwendet, das zu den gesättigten, also ungesunden Fetten gehört.

Vor und nach dem Frühstück nahmen die Forscher den Teilnehmerinnen an den Versuchstagen Blut ab und untersuchten es auf Anzeichen für Entzündungen im Körper und Ablagerungen in den Arterien. Es zeigte sich, dass die fraglichen Moleküle und Proteine bei den Frauen höher waren, die das Frühstück mit dem ungünstigen Fett gegessen hatten. Zusätzlich zu dem Frühstück mussten die Teilnehmerinnen einen Fragebogen über ihr Stresslevel ausfüllen. Mehr als die Hälfte der Frauen hatte demnach vor einem der beiden Termine erheblichen Stress, ein Drittel von ihnen sogar vor beiden Terminen. Nur sechs von ihnen waren nicht gestresst.

Erstaunlicherweise zeigten die Blutwerte, dass in Verbindung mit Stress die „ungesunden“ Moleküle und Proteine im Blut auch bei den Frauen erhöht waren, die das gesündere Frühstück mit Sonnenblumenöl gegessen hatten. Anders gesagt: Stress hebt die Wohltaten einer gesunden Ernährung mit pflanzlichen Fetten auf.

Das soll keineswegs heißen, dass es sowieso egal ist, was man isst, betonten die Wissenschaftler. Denn aus entzündlichen Prozessen entstehen erst mit der Zeit Krankheiten. Wer also gesunde Fette zu sich nimmt, kann schlechtere Blutwerte durch Stress besser „wegstecken“ als jemand, der seinem Körper mit ungesunden Fetten ohnehin tagtäglich zusetzt.

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