Superfood: Alles Wichtige zum neuen Ernährungstrend

Für exotisches und angeblich sehr gesundes Superfood wird zurzeit kräftig die Werbetrommel gerührt. Doch was steckt hinter dem Hype um Goji, Açai und Co.? Und worauf sollten Sie beim Konsum von Superfood und Smoothies achten? Antworten und Experten-Tipps finden Sie hier.
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gesundes Essen
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Was bedeutet „Superfood“?

Der Begriff „Superfood“ stammt ursprünglich aus den USA und wurde zur Vermarktung von Lebensmitteln verwendet, die besonders viele Nährstoffe enthalten – vor allem bestimmte Sorten von Obst, Gemüse, Nüssen und Samen. Bekannte Beispiele sind Goji- und Açaibeeren, Chiasamen, Granatäpfel oder Avocados. Superfood soll allgemein zu mehr Wohlbefinden beitragen, gesund machen und fit halten.

Häufig wird auch das hohe „antioxidative Potenzial“ von Superfood betont. Demnach schützen die enthaltenen Antioxidantien den Körper angeblich vor Zellschädigungen durch einen Überschuss an freien Radikalen. Eine mögliche Folge von Zellschädigungen sind Krankheiten wie Diabetes, Herzleiden oder Krebs. Manche Hersteller werben daher sogar damit, dass ihre Produkte beispielsweise Prostatakrebs vorbeugen können.

Vorteile von Superfood

Doch was ist tatsächlich dran an solchen Versprechen? Studien bestätigen durchaus, dass ein Großteil der auf dem Markt verfügbaren Superfoods gesund sein kann. Viele Superfoods haben hohe Anteile an Mineralstoffen, Vitaminen oder Aminosäuren. All das sind Nährstoffe, die ein gesunder und fitter Körper braucht – besonders wenn er einen Mangel aufweist. Das bestätigt auch der Konstanzer Sportwissenschaftler Michael Despeghel: „Würde man in einer Vitalstoffanalyse bestimmte Defizite feststellen, könnte man diese mit Superfoods gezielt ausgleichen.“

Nachweislich gesunde Superfoods sind zum Beispiel die Fuchsschwanzgewächse Amaranth und Quinoa, die meist wie Getreide verarbeitet werden: Sie liefern dem Körper viel Magnesium, Eisen, Kalium und Proteine. Auch die Açaibeere, eine Palmfrucht, ist im frischen Zustand ein wertvoller Vitaminlieferant. Die ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffe in der Avocado machen diese ebenfalls zu einem sehr gesunden Lebensmittel. Zudem sorgen solche Exoten für Abwechslung und neue Geschmackserlebnisse. So kann der Superfood-Trend eine allgemein bewusstere und gesündere Ernährung fördern.

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Exotisches Superfood: die Schattenseiten

Also alles super mit den neuen Nahrungsmitteln? So einfach ist es (wie so oft) nicht. Wer sich insgesamt mangelhaft ernährt, gleicht das nicht mit einer Handvoll Granatapfelkerne am Tag aus. Zwar bringt solches Superfood nette Ergänzungen in den Speiseplan, notwendig ist es aber nicht: „Wenn Sie sich generell gut mit Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen versorgen, brauchen Sie kein Superfood“, erklärt Gesundheitsexperte Despeghel.

Zudem gibt es Produkte, bei denen der angegebene Nährstoffgehalt zweifelhaft ist. Die exotischen Superfoods haben oft eine lange Reise hinter sich. Darum werden sie hier oft getrocknet oder pulverisiert angeboten, was meistens mit Nährstoff-Verlusten einhergeht. Eine weitere Schwierigkeit stellen Pestizide sowie Schwermetalle dar, die besonders häufig in Gojibeeren festgestellt wurden. Achten Sie daher auf den biologischen Anbau der Produkte. Darüber hinaus sind manche Wirkungen stark anzuzweifeln, die Superfoods zugesprochen werden. So gibt es etwa bisher keine überzeugenden wissenschaftlichen  Belege, dass irgendein Nahrungsmittel gezielt bestimmten Krebsarten vorbeugt.

Die Alternative: heimisches „Superfood“

Aus den Medien kennen die meisten Superfood nur in seinen exotischen Variationen. Dabei hat auch unsere Region eine Menge nährstoffreicher Lebensmittel zu bieten. Dazu zählt laut Michael Despeghel Wurzelgemüse wie Karotten, Sellerie und Pastinaken. Aber auch Kohlsorten wie Wirsing oder Grünkohl sind echte Superfoods.Regional und saisonal ist die beste Kombination, sagt Despeghel. Auch Jan Frodeno kauft aus diesem Grund am liebsten saisonales Gemüse auf dem Markt oder beim Gemüsehändler.

Probieren Sie doch mal schwarze Johannis- statt Gojibeeren – klingt weniger glamourös, ist aber meist besser für Klima und Geldbeutel! Auch die hippen Açaibeeren lassen sich hervorragend durch Heidelbeeren, Sauerkirschen oder rote Weintrauben ersetzen. Diese enthalten ebenfalls hohe Anteile an Antioxidantien. Und das Beste: Man bekommt meist alles frisch in kontrolliert biologischem Anbau.

Johannisbeeren, Erdbeeren und Smoothies
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Smoothies und Antioxidantien – eine heikle Beziehung

Ähnlich wie Superfoods werden Smoothies (also Drinks aus püriertem Obst und Gemüse) als besonders gesund vermarktet. Manche Hersteller werben auch mit extra vielen Antioxidantien, also einer größeren Dosis an Vitaminen oder auch Selen oder Zink. Diese sollen den Körper vor einem Überschuss an freien Radikalen schützen, indem sie diese neutralisieren. In einem Experiment mit solchen Smoothies stellte der Molekularmediziner Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln fest, dass die Zahl der Antioxidantien im Blut nach Einnahme des Smoothies nicht angestiegen war. Im Gegenteil: nicht wenige Versuchspersonen hatten sogar einen niedrigeren Wert als zuvor.

Der Smoothie scheint also eher das Zusammenspiel von Antioxidantien und freien Radikalen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bloch hält besonders antioxidantienreiche Smoothies daher nicht für sinnvoll. Vielmehr plädiert er für eine natürliche Regulierung: „Unser System ist eigentlich recht gut aufgebaut und ausbalanciert, die Evolution hat da ihre Arbeit geleistet und daran sollten wir nicht zu sehr drehen.“ Stattdessen empfiehlt er Kraft- und Ausdauersport, um das antioxidative System zu stärken. Eine gesunde Ernährung gehört natürlich trotzdem dazu, aber die muss ja nicht mehrheitlich flüssig sein.

 

Ausgewogene Ernährung plus regelmäßige Bewegung: Was in der Theorie einfach und logisch klingt, stellt in der Praxis manche Menschen vor eine harte Probe. Aus diesem Grund bietet die Allianz Private Krankenversicherung eine individuelle telefonische Begleitung an, die speziell auf die Bedürfnisse von Versicherten mit einem Body Mass Index  größer 25 ausgelegt ist. Der Body Mass Index, kurz BMI, ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Ein persönlicher Coach unterstützt im Alltag bei der gezielten Gewichtsreduktion und -stabilisierung.  Hier mehr erfahren zu Mein GewichtsCoach.

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