Wie aus Rückenschmerzen eine Geschäftsidee wurde - die Geschichte von Konstantin Mehl.

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Kaia Health Gründer Konstantin Mehl
Foto: Kaia Health

Konstantin Mehl war gerade mal 22, als er üble Rückenschmerzen bekam. Der Münchner war damals für seinen Master an der Columbia University in New York und ging nebenher oft Tennisspielen – wahrscheinlich etwas zu oft, wie er meint. „Mir ging es so krass schlecht.“ Drüber reden wollte Mehl damals nicht, im Studium sei man dafür ja „zu cool“. Also Tabletten, in rauen Mengen, und Rückenübungen nach dem Training. Aber es half nichts. Die Schmerzen waren kaum auszuhalten und gingen nicht weg.

Dann las Mehl in den USA von einer „multimodalen Schmerztherapie“ und fand den Ansatz interessant: Eine Mischung aus Atemtraining, medizinischem Hintergrundwissen, Physiotherapie und psychologischen Übungen – ohne Medikamente, ohne Operation. Kostenpunkt: Umgerechnet 50.000 Euro, eine Menge Geld. Nach einigen Diskussionen hatte er seine Krankenversicherung in Deutschland davon überzeugt, dass sie die Kosten übernahm. Und nach vier Wochen Behandlung waren die Schmerzen weg.

Mehl ist jemand, der ständig gute Ideen hat. Nach dem Master ging er erstmal nach Berlin und gründete dort einen Lieferdienst – heute bekannt als Foodora. Als Rocket Internet ihm ein gutes Angebot machte, verkaufte Mehl den Dienst. Auch weil er schon wieder neue Geschäftsideen hatte. Eine davon war die Schmerztherapie, die er in den USA gemacht hatte und die ihm seitdem nicht aus dem Kopf gegangen war: Wie könnte man diesen bahnbrechenden, aber teuren Ansatz möglichst „demokratisch“ einer breiten Masse zugänglich machen, fragte sich Mehl?

Zusammen mit seinem Partner Manuel Thurner, mit dem er schon Foodora gegründet hatte, entwickelte Mehl eine ganzheitliche, digitale Therapie gegen Rückenschmerzen – Kaia Health. Ärzte des namhaften „Rechts der Isar“ – der Uniklinik der TU München – stellten Übungen für die App zusammen, die jeder zu Hause machen kann, ohne Aufwand, ohne Geräte. Tag und Nacht. Eine Viertel- bis halbe Stunde Training täglich reichen aus. Der Trainingsplan geht sozusagen mit dem User mit, passt sich dem Fitness- und Schmerzlevel an. Dazu gibt der User etwa an, wie stark seine Schmerzen sind und wie gut er geschlafen hat. Nach drei Wochen haben laut Kaia Health 40 Prozent der User bereits weniger Rückenschmerzen.

Kaia Health auf dem Smartphone
Foto: Kaia Health

Neben dem Rückentraining gehören Entspannungsübungen und ein Chatbot zur App, der Wissen über die Entstehung von Rückenschmerzen vermittelt: Wenn man die Vorgänge im Körper versteht, weiß man besser, wo und wie man mit der Behandlung ansetzen kann. Außerdem ist es hilfreich, besser Bescheid zu wissen, wenn man mit einem Arzt über die Schmerzen und die Behandlung spricht.

„Wenn ich selbst ein Problem hatte, bin ich ein perfekter, kritischer User“, sagt Mehl. Dass er die „pain points“ der Anwendung genau kenne, habe die Entwicklung einfacher gemacht. Langfristig stelle er sich Kaia Health „wie Ibuprofen, bloß als App“ vor – die Therapie solle sich statt Tabletten möglichst breit durchsetzen.

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