Wie Sie mit Kraftsport Krankheiten bekämpfen können

Mit Bewegung halten wir uns nicht nur fit, sondern tun auch viel für unsere Gesundheit. Sogar schwere Krankheiten können wir durch Sport beeinflussen. Das liegt unter anderem an den sogenannten Myokinen. Im Interview verrät Dr. Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln mehr über diese Wundersubstanz.
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Mann im Training auf einem Laufband
Foto: © minastefanovic – stock.adobe.com
(Lesezeit: 2 Minuten)


Herr Bloch, was sind Myokine eigentlich?

Das sind von Zellen ausgeschüttete Botenstoffe. Sie werden im Muskel freigesetzt, sobald dieser entsprechend belastet wird.

 

Was passiert dann in unserem Körper?

Eine ganze Menge. Der Muskel setzt diese Botenstoffe frei und kommuniziert so mit anderen Organen und Geweben. Wir haben hunderte von Myokinen, deshalb sind die Auswirkungen sehr vielfältig. Sie können zum Beispiel die Durchblutung von Organen und Geweben verbessern und das Immunsystem stimulieren. Auch Zucker- und Fettstoffwechsel werden mitgesteuert. Wir können über die Muskelbewegung in das Gleichgewicht des Körpers eingreifen und den Organismus über gezieltes Training entlasten.

 

Welche Krankheiten könnte man beeinflussen oder sogar verhindern?

Wir gehen davon aus, dass Myokine positive Auswirkungen auf Diabetes, Herz-Kreislauf- oder auch Tumorerkrankungen haben können. Dazu muss man den Muskel aber erstmal dazu bringen, genügend Myokine zu produzieren. Dafür braucht man Muskelmasse.

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Es gibt ja mehr als 500 verschiedene Myokine. Wie finden Sie das “richtige” für die Behandlung einer Krankheit heraus?

Einzeluntersuchungen haben gezeigt, dass in bestimmten Situationen ein Myokin besonders stark ansteigt. Und wir können einzelnen Myokinen auch bestimmte Wirkungen zuschreiben. Wir untersuchen aber eher die Wirkung des “Myokin-Cocktails” und nicht des einzelnen. Denn es ist wohl nicht ein Myokin allein, das die Wirkung macht.

 

Welche Myokine sind denn bereits besser erforscht?

Zum Beispiel das zuerst entdeckte, mit Namen “Interleukin-6”. Auch über das sogenannte Irisin wurde in letzter Zeit wieder viel diskutiert. Mittlerweile geht man davon aus, dass Irisin in die Regulation des Fettstoffwechsels hineinspielt und wahrscheinlich auch viele andere Effekte hat. So ein Myokin hat dann gerade auf Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes positiven Einfluss.

 

Wie häufig müssen wir unsere Muskeln bewegen, damit wir gesund bleiben?

Ich empfehle immer drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche. Dazwischen jeweils einen Regenerationstag. Ideal ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Dabei sollte man den Körper auch mal fordern, weil er erst dann mehr Myokine freisetzt.

 

Ist die Myokine-Ausschüttung bei jedem anders?

Klar, denn wenn man wenig Muskelmasse hat, werden auch weniger ausgeschüttet. Das heißt, wir müssen nicht nur die Muskeln steuern, sondern auch Muskelmasse aufbauen, um überhaupt einen Effekt zu kriegen.

 

Was sind Ihre nächsten Forschungsziele?

Wir wollen die Wirkung der Myokine auch in ihrem Zusammenspiel besser verstehen. Also wie sich eine bestimmte Muskelbelastung auf den Organismus auswirkt und welche Myokine da eine Rolle spielen. Dann ließe sich das Training besser steuern, und ein besserer Effekt erzielen.


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