Wieso bei Krankheiten am meisten die Schilddrüse gegoogelt wird - Antworten einer Ärztin.

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Ausgerechnet die Schilddrüsenvergrößerung ist die Krankheit, nach der die meisten Leute googeln: Knapp 300.000 Suchanfragen gibt es dazu monatlich. Die Chirurgin Dr. Katrin Schultz hat eine Erklärung dafür. Schultz leitet das interdisziplinäre Schilddrüsenzentrum am St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin.

Kleines Organ - große Auswirkungen: Was die Schilddrüse im Körper alles verursachen kann
Foto: Allianz Deutschland AG

Frau Dr. Schultz, wie erklären Sie es, dass die Schilddrüsenvergrößerung online die meistgesuchte Krankheit ist?

Zum einen sind Schilddrüsenprobleme in Deutschland tatsächlich sehr häufig – nahezu die Hälfte der Bevölkerung hat welche. Zum anderen gibt es viele Beschwerden, die man auch mit der Schilddrüse in Verbindung bringen kann: Übergewicht etwa oder Untergewicht, Schweißausbrüche, ein „Kloß“ im Hals. Auch Herzrasen, Bluthochdruck und Nervosität sind Symptome, für die die Schilddrüse verantwortlich sein kann. Weil viele Menschen davon schon mal gehört haben, ist es naheliegend, das Internet zu befragen.

Welche Symptome sind denn noch „normal“ – und wann sollte man den Arzt fragen?

Generell sollte man es abklären, wenn man eine Schwellung, einen tastbaren Knoten, irgendetwas „Störendes“ an der Schilddrüse spürt. Schlimmere Symptome sind etwa eine zunehmende Schluckstörung oder anhaltende Heiserkeit. In den meisten Fällen ist so etwas nicht so schlimm, wie es sich beim Googeln mitunter darstellt. In Deutschland werden jährlich 120.000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt – bösartige Tumore der Schilddrüse, sogenannte Schilddrüsenmalignome, sind selten. Sie machen nur ein Prozent aller bösartigen Tumore insgesamt aus. Zudem haben 90 Prozent der Schilddrüsenkrebse eine sehr gute Prognose, sind also gut heilbar.

Was halten Sie davon, wenn Patienten eine Diagnose „googeln"?

Ich finde, das Internet ist ein tolles Medium, um sich zu informieren – gerade auch für die Früherkennung. Und wenn man den Eindruck hat, dass man etwas hat – dann kann man sich belesen, kann nachsehen, wer könnte denn in meiner Stadt ein Ansprechpartner sein? Ich persönlich finde es gut, wenn meine Patienten sich vorab schon informiert haben. Problematisch sind allerdings Fehlinformationen oder falsch verstandene Informationen. Deshalb sollte dann schon das Gespräch mit dem Arzt folgen. Auch, damit die Patienten sich nicht unangemessen große Sorgen machen. Vieles relativiert sich im direkten Gespräch.

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